Unternehmensrechtliche Notizen

von Prof. Dr. Ulrich Noack

CAT | Personengesellschaft

Eine GbR ist als Eigen­tü­me­rin eines Grund­stücks unter Angabe aller Gesell­schaf­ter im Grund­buch ein­ge­tra­gen. Ein Gesell­schaf­ter hat mit Zustim­mung der übri­gen seine Mit­glied­schaft auf einen Drit­ten über­tra­gen. Der Gesell­schafts­ver­trag ent­hält zum Gesell­schaf­ter­wech­sel keine Rege­lung. (1) Ist die Über­tra­gung wirk­sam? (2) Ist eine Grundbuch-​Berichtigungsbewilligung sämt­li­cher Gesell­schaf­ter erfor­der­lich? (3) Ist ein Nach­weis gegen­über dem Grund­buch­amt erfor­der­lich, dass die aktu­ell im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Gesell­schaf­ter noch Gesell­schaf­ter sind?

Auf­klä­rung hier.

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Der BGH hat im Urteil v. 15.1.2007 (II ZR 24505) seine Recht­spre­chung zum Bestimmt­heits­grund­satz geän­dert. Die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses kann in einer Per­so­nen­ge­sell­schaft mit Mehr­heit beschlos­sen wer­den, wenn der Gesell­schafts­ver­trag eine all­ge­meine Mehr­heits­klau­sel ent­hält. Der Bestimmt­heits­grund­satz erfor­dert nicht eine Benen­nung die­ses kon­kre­ten Beschluss­ge­gen­stan­des.

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Der BGH sieht die Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) seit 1999 als rechts­fä­hig an. Sie kann also auch eige­nes Immo­bi­li­en­ver­mö­gen haben. Eine Ent­schei­dung des II. Zivil­se­nats vom 25.9.2006 stellt fest: “Klar ist nach der neue­ren Recht­spre­chung, dass materiell-​rechtlich das Eigen­tum an einer zum Gesell­schafts­ver­mö­gen gehö­ren­den Lie­gen­schaft nicht den Gesell­schaf­tern, son­dern der Gesell­schaft selbst zusteht.” Sehr deut­lich betont der Senat, es komme „nicht ernst­haft in Betracht“, dass es neben dem Gesell­schafts­ver­mö­gen noch eine Form des Gesellschafter-​Gesamthandseigentums oder des Gesellschafter-​Bruchteilseigentums gebe.

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Vor kur­zem erschien im Tübin­ger Mohr Sie­beck Ver­lag die Fest­schrift für Ulrich Huber (em. Prof., Uni­ver­si­tät Bonn). Auf die unter­neh­mens­recht­li­chen Bei­träge sei beson­ders auf­merk­sam gemacht (Stich­wort wie hier: apo­kry­phe Schrif­ten).

  • Theo­dor Baums: Aner­ken­nungs­prä­mien für Vorstandsmitglieder
  • Cars­ten P. Claus­sen: Gesell­schafts­recht und Rechnungslegungsrecht
  • Tim Dry­gala: Die akti­en­recht­li­che Nach­grün­dung zwi­schen Kapi­tal­auf­brin­gung und Kapitalerhaltung
  • Andreas Fabri­tius: Zu den Gren­zen der Durch­set­zung eines kapi­tal­markt­recht­lich begrün­de­ten Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­ses des herr­schen­den Unter­neh­mens im fak­ti­schen Konzern
  • Hol­ger Flei­scher: Zur unbe­schränk­ten Ver­tre­tungs­macht der Geschäfts­lei­ter im Euro­päi­schen Gesell­schafts­recht und ihren natio­na­len Beschränkungen
  • Mar­tin Hens­s­ler: Mate­rial Adverse Change-​Klauseln in deut­schen Unter­neh­mens­kauf­ver­trä­gen — ®eine Modeerscheinung?
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Ein Gesell­schaf­ter geht gegen seine Mit­ge­sell­schaf­ter einer auf­ge­lös­ten Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts vor. Er ver­langt Bezah­lung von Bera­tungs­ho­no­rar, das ihm die Gesell­schaft schul­dig ist. Er macht die­sen Anspruch ent­spre­chend § 128 HGB gel­tend; die Gesell­schaf­ter wen­den ein, nach Kün­di­gung der Gesell­schaft könne der Klä­ger den Anspruch nicht mehr iso­liert gel­tend machen. Die­ser sei nun­mehr ledig­lich als Rech­nungs­pos­ten in die zu erstel­lende Aus­ein­an­der­set­zungs­rech­nung ein­zu­stel­len. Diese Durch­set­zungs­sperre bestehe auch gegen­über Drittgläubigeransprüchen

Der BGH urteilte am 3.4.2006 (II ZR 4005): “Der Dritt­gläu­bi­geran­spruch des Gesell­schaf­ters (hier: Anspruch aus einem Dienst­ver­trag) unter­liegt in der Aus­ein­an­der­set­zung der Gesell­schaft kei­ner Durch­set­zungs­sperre (Auf­gabe von BGH Urt. v. 20. Okto­ber 1977 = WM 1978, 89, 90 und v. 24. Mai 1971 WM 1971, 931, 932).”

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